Rheumatoide Arthritis

Die rheumatoide Arthritis (Polyarthritis) ist eine immunologische Erkrankung, die zur Entzündung von Gelenkkapseln mit nachfolgenden Gelenksveränderungen führen. In der Regel sind symmetrisch die Hand- und Fingergelenke, oft auch die Gelenke der Füsse betroffen. Es können jedoch sämtliche Gelenke im Körper befallen werden.

Die rheumatoide Arthritis unterscheidet sich klar von der Arthrose, die primär eine Erkrankung des Knorpels darstellt. Deshalb ist auch die Behandlung der rheumatoiden Arthritis und der Arthrose sehr unterschiedlich.

Bei der frischen Diagnose der rheumatoiden Arthritis sollte rasch eine medikamentöse Behandlung eingeleitet werden. Das Ziel ist, die Aktivität der Erkrankung innerhalb 6 bis spätestens 12 Monate vollständig zum Abklingen zu kriegen (= Remission der Erkrankung). Wenn dieses Ziel erreicht wird, ist die Langzeitprognose in Bezug auf Gelenkszerstörungen deutlich besser.

Dafür benötigt man idR Basistherapeutika. Das sind Medikamente, die so früh wie möglich eingesetzt werden sollten. Sie greifen in das Entzündungsgeschehen ein und können so den Krankheitsverlauf und damit die Zerstörung der Gelenke wesentlich verlangsamen oder verhindern. Die Wirkung der Basistherapeutika setzt erst nach mehreren Wochen oder Monaten ein, wirken dafür jedoch umso länger.

Das Medikament Methotrexat gilt als Goldstandard der Rheuma-Basistherapie. Es gibt jedoch noch mehrere Alternativen und auch die Möglichkeit von Kombinationsbehandlungen.

Wird das Ziel einer Remission mit Basistherapeutika nicht erreicht, kommen Biologika in Frage. Diese Substanzen blockieren Botenstoffe, die die Entzündungsreaktion ankurbeln. Die Wirkstoffe Infliximab (Remicade), Adalimumab (Humira) und Etanercept (Enbrel) hemmen den Tumornekrosefaktor (TNF-alpha), der aktiv an der Entzündung der Gelenkkapsel beteiligt ist.

Rituximab (Mabthera), ein anderes Biologika hemmt eine bestimmte Art der weissen Blutzellen (B-20-Lymphocyten). Mit 2 Infusionen kann oft eine Remission für 6-12 Monate erreicht werden.

Ein neues, vielversprechendes Medikament ist das Abatacept (Orencia), welches alternativ zu den TNF-Hemmern eingesetzt werden kann.

Die Behandlung wird bei jedem Patienten individuell der Krankheitsaktivität angepasst. Es sollte deshalb eine regelmässige Kontrolle durch den Rheumatologen in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt durchgeführt werden. Es sind regelmässige Laborkontrollen zum Erfassen von Nebenwirkungen nötig. Die meisten Nebenwirkungen verschwinden nach Absetzen des Medikamentes. Bleibende Schäden sind sehr selten.

Neben den Basismedikamenten werden auch Kortison und Entzündungshemmer eingesetzt, um die Zeit bis zum Wirkungseintritt zu überbrücken oder die Basistherapie zu ergänzen.

Verschiedene Heilpflanzen haben schmerzlindernde und entzündungshemmende Eigenschaften. Sie können ergänzend zu den Basistherapien eingesetzt werden. Sie stellen jedoch keinen Ersatz der Basistherapie dar. Vor sogenannten "Wundermitteln" muss gewarnt werden.

 

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